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Als Professor an einer deutschen Universität forschen und lehren Sie eigenständig, mit einem guten Team von Mitarbeitern und einer guten Ausstattung: entweder als Juniorprofessor, W2-Professor oder als Universitätsprofessor mit einem eigenen Lehrstuhl.

Professuren werden in der Regel international ausgeschrieben.

Wenn Sie eine Professur in Deutschland anstreben, benötigen Sie Antworten auf wichtige Fragen. Hier finden Sie Informationen zu den zentralen Themen.

Voraussetzungen und Bewerbung

Was sind die Anforderungen an eine Universitätsprofessur? Wie sieht ein Berufungsverfahren aus? Lesen Sie dazu mehr:

Die formalen Voraussetzungen für die Berufung auf eine Universitätsprofessur sind

  • die besondere Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten (in der Regel eine hervorragende Promotion),
  • die pädagogische Eignung, (nachgewiesen z. B. durch Lehraufträge, Vertretungsprofessuren) sowie
  • weitere wissenschaftliche Leistungen, die entweder über

nachgewiesen werden können.

Erforderlich sind darüber hinaus in der Regel ausgewiesene Fachkenntnisse, einschlägige Publikationen sowie Forschungs- und Lehrerfahrung.

Das Berufungsverfahren ist in der Regel mehrstufig und kann sich je nach Institution und Bundesland unterscheiden. Zumeist werden folgende Schritte eingehalten:

  • Eine eigens eingerichtete Berufungskommission der Hochschule sucht die aussichtsreichsten Bewerber aus und lädt sie zu einem Vorstellungsgespräch und einem (hochschulöffentlichen) Probevortrag ein.

  • Die besten (in der Regel drei) Kandidaten kommen auf eine Vorschlagsliste (Berufungsliste).

  • Für diese Bewerber werden Gutachten von Professoren anderer Hochschulen über die fachliche und persönliche Eignung eingeholt.

  • Über die Berufung (also die Einstellung als Professor) entscheidet die Fakultät und – je nach Bundesland – die Hochschulleitung und das zuständige Landesministerium oder der Senator.

  • An das erfolgreiche Verfahren (Ruferteilung) schließen sich die entscheidenden Berufungsverhandlungen an. Hier erläutert der Kandidat sein Lehr- und Forschungskonzept und welche Ausstattung des Lehrstuhls (Mitarbeiter, Räume, Sachmittel) er dafür braucht. Auch die eigene Besoldung wird an dieser Stelle ausgehandelt und Dual-Career-Fragen besprochen.

Aufgaben und Gehalt

Nicht alle Professuren sind gleich ausgestattet. Grundsätzlich gibt es Lehrstuhlinhaber, die über einen eigenen Etat und ein Team aus mehreren Mitarbeitern verfügen. Daneben gibt es Hochschullehrer ohne eigenen Lehrstuhl, die aber ebenfalls von (in der Regel weniger) Mitarbeitern unterstützt werden und über bestimmte Haushaltsmittel verfügen können. Auch in der Vergütung unterscheiden sich die Professuren.

Als Professor an einer deutschen Universität

  • genießen Sie Unabhängigkeit in Forschung und Lehre und repräsentieren als Lehrstuhlinhaber Ihr Fachgebiet,

  • betreuen Sie den wissenschaftlichen Nachwuchs, führen Prüfungen durch und übernehmen Lehrverpflichtungen,

  • sind Sie eingebunden in die Selbstverwaltung der Hochschule,

  • können Sie Forschungsgelder bei Förderorganisationen beantragen und Forschungsprojekte oder internationale Kooperationen initiieren und

  • Sie haben Personalverantwortung für Ihr Team. Je nach Ausgestaltung der Professur verfügen Sie über Mitarbeiter, räumliche Ausstattung und Sachmittel. Diese sind in der Regel Gegenstand der Berufungsverhandlungen.

In Deutschland werden Professuren nach der sogenannten W-Besoldung – der Gehaltstabelle für Wissenschaftler – bezahlt.

Dazu sollten Sie wissen: Deutschland ist ein föderaler Staat, in dem die einzelnen Bundesländer beziehungsweise der Bund selbstständig über die Grundgehälter der Beamten und Angestellten entscheiden. Aus diesem Grund variieren die Gehälter teilweise deutlich.

Professoren werden in der Regel nach den Tarifgruppen W3 oder W2 bezahlt, Juniorprofessoren nach der Tarifgruppe W1. Ob eine Professur als W3, W2 oder Juniorprofessur eingestuft wird, entscheidet die Hochschule. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Eine W3-Professur ist zumeist verbunden mit einer herausgehobenen Position, zum Beispiel einer Lehrstuhlinhaberschaft oder der Institutsleitung. Das Grundeinstiegsgehalt einer W3-Professur liegt zwischen etwa 6.100 Euro und 7.200 Euro brutto im Monat. Hier können noch verschiedene Bezüge und Zuschläge hinzukommen.

  • W2-Professuren sind reguläre Positionen für selbstständig forschende und lehrende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Grundgehalt liegt am Anfang zwischen rund 5.100 und 6.400 Euro brutto im Monat. Auch hier können Familien-, Berufungs-/Bleibe- oder Leistungszuschläge hinzukommen.

  • Auch Juniorprofessoren gehören zu den Hochschullehrern. Sie werden in der Regel nach der Besoldungsordnung W1 bezahlt. Je nachdem, in welchem Bundesland die Juniorprofessur angesiedelt ist (oder ob sie nach dem Tarifvertrag des Bundes bezahlt wird), liegt das Grundgehalt zwischen rund 4.300 und 5.100 Euro brutto im Monat.

Die Ausstattung der Professur und die Höhe der zusätzlichen Bezüge hängen insbesondere von den Berufungsverhandlungen und den individuellen Gegebenheiten an der Hochschule und dem Fachbereich ab.

Beachtet werden sollte, dass es sich bei den Gehältern um Bruttoeinkommen handelt und von diesem Betrag monatlich gegebenenfalls noch Steuern sowie die Sozialabgaben für Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen werden können. Durch diese Abgaben erwerben Sie Anspruch auf die sehr guten Leistungen der sozialen Sicherung in Deutschland.

Professoren sind allerdings zumeist Beamte (auf Probe, auf Zeit oder Lebenszeit) und müssen daher keine Sozialversicherungsbeiträge abführen. Professuren können aber auch im Angestelltenverhältnis vergeben werden. Damit ist das Nettogehalt deutlich geringer als für beamtete Professoren.

Der Deutsche Hochschulverband hat Informationen zu der W-Besoldung der einzelnen Bundesländer und des Bundes auf einem speziellen Portal zusammengestellt.

Jobs und Stipendien

Professuren werden öffentlich ausgeschrieben. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie Sie die Ausschreibungen finden können: