Wer das Ziel vor Augen hat, Professor an einer deutschen Universität zu werden, für den ist nach der Promotion die Juniorprofessur ein interessanter Karriereschritt.

Was ist eine Juniorprofessur?

Die Juniorprofessur ermöglicht jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, selbstständig zu forschen und zu lehren. Sie sind damit – anders als die weisungsgebundenen wissenschaftlichen Mitarbeiter – den anderen Hochschullehrern gleichgestellt.

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Juniorprofessur ist eine wichtige Voraussetzung für die Berufung auf eine Professur erbracht. Eine Habilitation ist damit nicht mehr notwendig.

Beschäftigung

Juniorprofessuren werden in der Regel von Universitäten, teilweise gemeinsam mit außeruniversitären Forschungsinstituten, ausgeschrieben. Hier steht die frühe Eigenständigkeit in Forschung und Lehre im Vordergrund. Juniorprofessorinnen und -professoren dürfen Promotionen betreuen, haben Lehrverpflichtungen und wirken bei der akademischen Selbstverwaltung mit. Aber es gelten noch weitere Bedingungen:

Juniorprofessoren werden zunächst für drei oder vier Jahre ernannt. Hat sich der Junior-Hochschullehrer bewährt – dies wird in der Regel durch eine Evaluation festgestellt – kann die Professur auf insgesamt sechs Jahre verlängert werden.

Eine Tenure-Track-Option – die anschließende Berufung auf eine unbefristete Professorenstelle – besteht bislang nur für wenige Juniorprofessuren. Doch wird eine Ausweitung dieses Wegs angestrebt.

Voraussetzungen für die Berufung auf eine Juniorprofessur sind in der Regel eine hervorragende Promotion, die besondere Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten und die pädagogische Eignung.

Juniorprofessorinnen und -professoren gelten als besonders hoch qualifiziert unter den Promovierten. Die überwiegende Mehrheit erhält eine Verlängerung nach den ersten zwei oder drei Jahren auf sechs Jahre. Mit der erfolgreichen Juniorprofessur ist die Voraussetzung für eine Berufung auf eine Hochschulprofessur – genau wie mit einer Habilitation – erreicht. Dennoch erfolgt zurzeit nur sehr selten eine Berufung an der gleichen Hochschule ohne das übliche Berufungsverfahren. Die Einführung von Tenure-Track-Professuren soll diese Situation zukünftig verbessern.

Bewerbung und Gehalt

Juniorprofessuren an deutschen Hochschulen werden öffentlich ausgeschrieben. An den meisten Hochschulen folgt die Berufung auf eine Juniorprofessur den gleichen Regeln wie die Berufung auf eine Professur. Lesen Sie hier mehr dazu:

Zumeist sucht eine Berufungskommission der Hochschule die aussichtsreichsten Kandidaten aus den eingegangenen Bewerbungen aus und lädt sie zu einem Vorstellungsgespräch und einem (hochschulöffentlichen) Probevortrag ein. Die besten Bewerber kommen auf eine Vorschlagsliste. Für sie werden Gutachten von Professoren anderer Hochschulen über die fachliche und persönliche Eignung eingeholt.

In Deutschland ist Bildung Ländersache, daher gibt es keine einheitlichen Regelungen. Aber in den meisten Bundesländern entscheidet die Hochschule autonom über die Berufung, anderenfalls wird auch das zuständige Landesministerium in das Verfahren einbezogen.

Juniorprofessoren werden in der Regel nach der Besoldungsordnung W1 – sie regelt die Bezüge der Hochschullehrer – bezahlt. (Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Professor an einer deutschen Universität > Besoldung.)

Je nachdem, in welchem Bundesland die Juniorprofessur angesiedelt ist (oder ob sie nach dem Tarifvertrag des Bundes bezahlt wird), liegt das Grundgehalt zwischen rund 4.200 und 4.700 Euro brutto im Monat.

Beachten Sie, dass von diesem Betrag monatlich noch Steuern sowie eventuell noch Sozialabgaben für Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen werden. Durch diese Abgaben erwerben Sie Anspruch auf die sehr guten Leistungen der sozialen Sicherung in Deutschland.

Jobs und Stipendien

Wo sind Stellen für internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben? Und wer vergibt Stipendien für internationale Wissenschaftler? Hier finden sie mehr zu diesen Themen: