Einreise und Aufenthalt

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Als Wissenschaftler gelten für Sie vereinfachte Regelungen, wenn Sie in Deutschland leben und arbeiten wollen.

Als EU-Bürger, als Bürger eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder der Schweiz genießen Sie Freizügigkeit. Sie können ohne besondere Genehmigung oder Visum nach Deutschland reisen und hier forschen und arbeiten. Sie brauchen lediglich einen gültigen Ausweis.

Wenn Sie als internationaler Wissenschaftler bereits in der EU arbeiten oder promovieren, können Sie für einen bestimmten Zeitraum auch in Deutschland forschen, ohne einen weiteren Aufenthaltstitel zu beantragen. Eine Mitteilung Ihrer Gastinstitution an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genügt.

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Visumspflicht für Drittstaaten

Ansonsten gilt grundsätzlich die Visumspflicht. Das heißt: Wenn Sie nicht aus der EU, einem Land des Europäischen Wirtschaftsraums oder aus der Schweiz (also aus einem „Drittstaat“) kommen und als Wissenschaftler in Deutschland arbeiten möchten, brauchen Sie in der Regel ein Visum. Das Visum müssen Sie in Ihrem Heimatland persönlich bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung beantragen.

Sie erhalten ein Visum zum Studieren bzw. zum Forschen oder die Blaue Karte EU. Je nach Anforderung gibt es spezielle Aufenthaltstitel für Sie als Wissenschaftler: Sie gelten zum Zweck des (Promotions‑)Studiums oder der Forschung, Sie erhalten die Blaue Karte EU oder eine Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte.

Mit einigen Ländern wie zum Beispiel Australien, Israel, Japan oder den USA hat Deutschland eine Vereinbarung, sodass ihre Staatsangehörigen erst nach der Einreise den benötigten Aufenthaltstitel einholen müssen.

Informieren Sie sich frühzeitig bei der deutschen Vertretung in Ihrem Heimatland, welche Bedingungen für Sie gelten und welche Voraussetzungen Sie erfüllten sollten.

Erklärvideo von www.make-it-in-germany.com: Wie bekomme ich ein Visum für Deutschland? Durch Klicken auf das Startbild wird das Video abgespielt. Bitte beachten Sie, dass nach der Aktivierung nutzerbezogene Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.

Aufenthaltstitel für internationale Wissenschaftler

Nach Ihrer Ankunft in Deutschland beantragen Sie auf Grundlage Ihres Visums einen entsprechenden Aufenthaltstitel. Welche Aufenthaltstitel für Sie als internationaler Wissenschaftler in Frage kommen und was sie bedeuten, können Sie hier nachlesen.

Sie möchten in Deutschland promovieren und sind für ein Promotionsstudium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland zugelassen? Dann können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken nach § 16 des deutschen Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) erhalten. Sie gilt zwei Jahre und kann verlängert werden.

Neben dem Zulassungsbescheid der Hochschule sollten Sie nachweisen können, dass Ihr Lebensunterhalt gesichert ist – zum Beispiel mit einem Stipendium.

Als Doktorand dürfen Sie bis zu 120 Tage (oder 240 halbe Tage) im Jahr arbeiten.

Arbeiten Sie während Ihrer Promotion an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung, können Sie alternativ einen Aufenthaltstitel zu Forschungszwecken oder eine Blaue Karte EU (siehe unten) beantragen.

Mit einem Aufenthaltstitel zum Studium oder zur Forschung können Sie auch in anderen Mitgliedstaaten der EU bis zu 360 Tage studieren (mit Ausnahme Irlands und Dänemarks).

Als Forscher mit einem Hochschulabschluss, der mindestens den Zugang zu Doktorandenprogrammen eröffnet, gelten für Sie erleichterte Bedingungen: Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Forschung. Vorausgesetzt wird, dass eine Forschungseinrichtung mit Ihnen einen Vertrag zur Umsetzung Ihres Forschungsvorhabens abgeschlossen hat.

Wird Ihre Forschungstätigkeit nicht überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert, muss Ihre Gasteinrichtung schriftlich erklären, dass sie ggf. Ihre Lebenshaltungs- und Ausreisekosten übernimmt.

Mit diesem Aufenthaltstitel können Sie zunächst bis zu einem Jahr in Deutschland forschen und lehren. Eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ist möglich. Ein weiterer Vorteil: Sie können problemlos für eine befristete Zeit in anderen EU-Staaten (außer Irland und Dänemark) forschen und lehren.

Eine Blaue Karte EU ist ist ein besonderer Aufenthaltstitel für internationale Akademiker, die in Deutschland (oder der EU) arbeiten möchten. Sie erhalten diese, wenn Sie

  • einen in Deutschland anerkannten Studienabschluss haben,
  • ein verbindliches Arbeitsplatzangebot für eine der Qualifikation entsprechende Stelle in Deutschland haben und
  • mit Ihrem neuen Job mindestens 56.800 Euro brutto im Jahr verdienen (in Ausnahmen und mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit auch nur bis zu 44.304 Euro).

Mit der Blauen Karte EU können Sie zunächst bis zu vier Jahre in Deutschland arbeiten (bei befristeten Arbeitsverträgen entsprechend kürzer).

Nach 33 Monaten ist es möglich, eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten. Dann können Sie unbefristet in Deutschland leben und arbeiten. Sprechen Sie ausreichend Deutsch (erwartet werden Kenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), ist dies auch schon nach 21 Monaten möglich.

Als Inhaber einer Blauen Karte EU können Sie nach fünf Jahren ein Daueraufenthaltsrecht in der EU erhalten. Dabei werden nicht nur die Zeiten in Deutschland berücksichtigt, sondern auch Zeiten, in denen Sie in einem anderen EU-Mitgliedstaat gelebt haben.

Wenn Sie Wissenschaftler mit besonderen Fachkenntnissen, Lehrer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter in herausgehobener Position mit mehrjähriger Berufserfahrung sind, dann gelten Sie als hochqualifizierte Fachkraft. 

Für Sie bedeutet das: Sie können sofort nach der Einreise eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten. Voraussetzung ist, dass Ihr Lebensunterhalt in Deutschland gesichert ist.

Gut zu wissen:

  • Als internationaler Wissenschaftler gelten für Sie erleichterte Einreisebedingungen. Und als EU-Bürger genießen Sie ohnehin die allgemeine Freizügigkeit.
  • Falls Sie ein Visum benötigen, so stellen Sie Ihren Antrag möglichst frühzeitig: Sie müssen mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Monaten rechnen.
  • Viele Visa-Stellen nehmen die Anträge nur nach Terminvereinbarung an. Vereinbaren Sie daher so früh wie möglich einen Termin und erkundigen Sie sich, welche (beglaubigten) Unterlagen Sie mitbringen müssen.
  • Reisen Sie nicht mit einem Touristen-Visum ein, falls Sie in Deutschland arbeiten möchten. Es ist nicht änderbar und kann auch nicht verlängert werden.
  • Ihr Visum wird in der Regel für drei bis sechs Monate ausgestellt. Vor Ablauf müssen Sie auf Grundlage des Visums bei der lokalen Ausländerbehörde einen Aufenthaltstitel beantragen.

Weitere Informationen

Visa-Navigator des Auswärtigen Amtes:

www.visa.diplo.de

Visum und Einreise Schritt für Schritt erklärt:

www.make-it-in-germany.com > Visum- und Einreiseprozess 

Interaktive Weltkarte mit deutschen Auslandsvertretungen:

www.make-it-in-germany.com > Ansprechpartner vor Ort 

Datenbank zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen:

www.anabin.kmk.org 

In fünf Schritten zum Studium in Deutschland:

www.study-in-germany.de