Postdoc an einem außeruniversitären Forschungsinstitut

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Außeruniversitären Forschungsinstitute sind häufig sehr gut ausgestattet und bieten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ein gutes Karrieresprungbrett. Postdocs arbeiten in Teams mit Forschern aus aller Welt an Forschungsprojekten, die häufig in internationale Partnerschaften eingebunden sind.

 

Viele spezialisierte Forschungsinstitute

Es gibt Hunderte außeruniversitäre Forschungsinstitute in Deutschland. Zu ihnen gehören auch die Institute und Einrichtungen der vier großen, staatlich geförderten Forschungsorganisationen Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft. Sie genießen weltweit große Reputation. Auf unserer Webseite stellen wir Ihnen die Organisationen vor: Forschungseinrichtungen.

Beschäftigung

Postdocs arbeiten an den Forschungsinstituten entweder mit Unterstützung eines Stipendiums oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf einer Postdoc-Stelle.

Postdoktoranden arbeiten meist in (Nachwuchs-)Forschungsgruppen zu einem bestimmten, häufig auch interdisziplinären Forschungsthema. Die Forschungsinstitute sind in der Regel sehr gut ausgestattet und bieten ein international ausgerichtetes Umfeld.

Forschungsgruppen arbeiten häufig mit Instituten der Universitäten oder mit Unternehmen zusammen. Sie sind ein sehr gutes Sprungbrett für eine Karriere in der Forschung auch außerhalb der Hochschulen. Wie an den Hochschulen sind die Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter häufig befristet (Zwei- und Dreijahresverträge sind weit verbreitet).

Zu beachten ist die sogenannte „12-Jahres-Regelung“, die die Beschäftigung des wissenschaftlichen Nachwuchses an den öffentlichen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstituten begrenzt. Sie bedeutet, dass ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Regel sechs Jahre bis zur Promotion und sechs Jahre (in der Medizin: neun Jahre) danach an der Hochschule befristet angestellt werden kann. Dies trifft für die Mehrheit der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu, denn nur ein kleiner Teil der Stellen an Hochschulen für den Mittelbau ist unbefristet.

Für die 12-Jahres-Regelung gibt es Ausnahmen: Zeitverträge können über diese Frist hinaus vergeben werden, wenn die Wissenschaftler über Drittmittel weiterbeschäftigt werden. Auch wenn Kinder im Haushalt leben, kann die Frist um zwei Jahre pro Kind verlängert werden.

Wer ein Stipendium einer Förderorganisation – wie zum Beispiel der Alexander von Humboldt-Stiftung (auf Englisch) – oder einer Forschungseinrichtung bekommt, kann unabhängig an seinem Projekt forschen und sich seine Forschungszeit selbst einteilen.

Mit einem Stipendium sollen vor allem erfolgversprechende Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler, insbesondere aus dem Ausland, unterstützt werden. Ein Stipendium ermöglicht es Ihnen, selbstständig Ihr Forschungsthema an einer Forschungseinrichtung zu bearbeiten. Stipendiaten bekommen personelle und finanzielle Unterstützung und die Ausstattung, die sie für die Durchführung ihres Vorhabens benötigen, von der gastgebenden Institution.

Bewerbung und Gehalt

Wenn Sie sich für Ihren Weg entschieden haben, sollten Sie Ihre nächsten Schritte sorgfältig vorbereiten. Hier finden Sie ein paar Tipps, die Ihnen bei Ihrer Bewerbung helfen können:

Ihre Bewerbung als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder wissenschaftliche Mitarbeiterin richten Sie in der Regel direkt an das entsprechende Institut – häufig online. Die genauen Modalitäten werden in der Ausschreibung genannt.

  • Vorausgesetzt wird normalerweise eine gute bis sehr gute Promotion im entsprechenden Fachbereich.
  • Stellen Sie Ihre Forschungsinteressen und ‑erfahrungen dar.
  • Auch sollten Sie Ihre Methodenkompetenz sowie einschlägige wissenschaftliche Veröffentlichungen nachweisen können.
  • Legen Sie Ihre Referenzen bei.
  • Erwähnen Sie auch Ihre Preise und Stipendien, Ihre Konferenzbeiträge und Forschungsaufenthalte.

Ist die erste Bewerbungsrunde erfolgreich, werden Sie in den meisten Fällen zu einem Vorstellungsgespräch oder einem telefonischen Interview eingeladen.

Wer sich um ein Stipendium bewerben möchte, wendet sich an die stiftende Förderorganisation. Die genauen Voraussetzungen und Bedingungen werden in den Förderprogrammen beschrieben. Je nach Programm können neben der hervorragenden Promotion spezielle Anforderungen wie Auslandserfahrung oder bestimmte Forschungsinteressen hinzukommen.

Angestellte wissenschaftliche Mitarbeiter eines außeruniversitären Forschungsinstituts werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Bundes bezahlt. Das Gehalt ist abhängig von Ihren Erfahrungen und liegt hier bei etwa 4.500 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle.

Beachten Sie, dass von diesem Betrag monatlich noch Steuern sowie eventuell noch Sozialabgaben für Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen werden. Durch diese Abgaben erwerben Sie Anspruch auf die sehr guten Leistungen der sozialen Sicherung in Deutschland.

Wenn Sie ein Stipendium bekommen, hängt die Höhe vom jeweiligen Programm ab und kann erheblich differieren. Sozialbeiträge und Steuer werden für das Stipendium in der Regel in Deutschland nicht fällig. Aber auch Stipendiaten müssen krankenversichert sein, wenn sie in Deutschland arbeiten oder forschen.

Jobs und Stipendien

Wo sind Stellen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben? Und wer vergibt Stipendien für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? Hier finden sie mehr zu diesen Themen: