Social-Media-Grafiken für Wissenschaft und Forschung

Infografiken sind ein bewährtes Genre: Schon vor Dekaden haben die Politikressorts der Tageszeitungen damit komplexe Vorgänge vereinfacht. Als digitaler Infoteppich oder erklärende Bilderreihe erlebt die Infografik im Content-Marketing aktuell eine wahre Renaissance. Gerade Forschung und Wissenschaft können in ihren Social Media-Kanälen mit diesem Format punkten.

Grafiken halten sich schon seit ein paar Jahren an der Spitze der beliebtesten Content-Formate in Social Media. Dabei glänzen sie mit einem hohen Sharing-Potenzial, das bedeutet, dass sie häufiger geteilt werden, als andere Content-Formate. So erreichen Grafiken in vielen Fällen deutlich mehr Aufmerksamkeit und Reichweite, als andere Inhalte. 

Einfach gesagt, handelt es sich um Abbildungen, die über eine hohe Informationsdichte verfügen. Die Inhalte oder Botschaften werden grafisch ansprechend aufbereitet, sodass sie selbsterklärend sind. Dementsprechend wird mit wenig Text gearbeitet, stattdessen geben Zahlen und Ergebnissen den Ton an - und gerade davon strotzen Wissenschaft und Forschung. 

Inhaltliche Unterteilung von Social-Media-Grafiken

Faktenorientierte Grafik: Diese Grafik arbeitet mit Statistiken und Fakten. Studienergebnisse werden beispielsweise gerne in dieser Form präsentiert. Es ist auch möglich zu einem bestimmten Thema Daten aus unterschiedlichen Quellen zu recherchieren und gesammelt zu präsentieren. Ein Erfolgsfaktor ist, die Fakten in der Grafik so zu präsentieren, dass sie neue Erkenntnisse schafft, und die Betrachtenden in gewisser Weise überrascht.  

1Mit dieser Grafik weist die Ebert-Stiftung auf die Regelungen zur Begrenzung von Vorstandsgehältern hin.

Erklärende Grafik: Hier werden Antworten auf bestimmte Fragen oder Lösungen zu einem Problem grafisch aufbereitet. Da es sich oft um praktische Anleitungen handelt, ist der Spielraum für das Design mitunter begrenzt. Der Mehrwert besteht darin, einen nützlichen oder erklärenden Hinweis anzubieten, indem man einen komplexen Sachverhalt grafisch zugänglich macht.

Zur Verabschiedung der nationalen Bioökonomiestrategie postet die Bundesregierung diese Infografik und macht das Thema damit greifbar.

Chronik: Eine Chronik präsentiert Geschehnisse entlang ihrer zeitlichen Abfolge. Die Meilensteine werden entsprechend gestaltet. Es kann sich dabei um eine Biografie handeln, einen Vergleich oder eine Entwicklung. Maßgeblich ist, dass die Grafik chronologisch aufgebaut ist und einem Zeitstrahl folgt. 

Der NABU stellt die Ergebnisse eines Meeresschutzprojektes in Social Media vor.

Unterhaltende Grafik: Diese Grafiken beschäftigen sich mit Trends, Alltagsdingen oder allseits bekannten Phänomenen. Der Trick besteht darin, das Thema neu aufzubereiten, sodass ein Unterhaltungswert entsteht. Dafür greift man auf Allgemeinwissen zurück und bringt es in einen übergeordneten Zusammenhang. Erfolgreiche Grafiken aus diesem Genre klären etwa die Frage, wie die Zukunft aussähe, würde man Hollywoodfilmen glauben. Das Spiel mit Klischees sollte jedoch nicht zu platt daherkommen. 

Durch die Präsentation als Grafik wird das Alltagsthema Zahnpasta zur wichtigen Erkenntnis hochstilisiert.

Grafiken werten den Content-Mix auf

Gerade humoristische Grafiken können die Social-Media-Präsenz von Forschungseinrichtungen aufwerten, weil sie sympathisch wirken. Dabei ist die Mechanik oft recht einfach: Diese Art der Präsentation lässt ein eigentlich triviales Thema als wissenschaftlich-komplex erscheinen. Dadurch entsteht ein Kontrast, der die Menschen zum Schmunzeln bringt (siehe „Zahnpasta-Grafik“). So lässt sich risikolos aufmerksamkeitsstarker Social-Media-Content produzieren, der auch ein eher sachliches Umfeld auflockert, ohne unseriös zu wirken. 

Vor allem bei den ersten drei Formaten – erklärende, faktenorientierte und chronologische Grafik – ist die Seriosität der Quelle wichtig. Die unterhaltenden Grafiken sind oft nicht ganz ernst gemeint, sodass man auch auf eine eigene Zusammenstellung oder schlicht subjektive Erfahrungen zurückgreifen darf. Wenn man Statistiken oder Daten verwendet, sollten man auf Aktualität achten und alle Quellen in einer Fußzeile nennen. 

Klares, aber kreatives Design bringt den Klick

Der Erfolg einer Social-Media-Grafiken steht und fällt mit der Gestaltung. Infografiken arbeiten traditionell mit Diagrammen. Die Klassiker sind Balken-, Kreis- oder Säulendiagramme. Sie werden auch gerne in einer umfangreicheren Infografik kombiniert. Karten und Piktogramme verdichten die Inhalte zusätzlich. 

Infografiken greifen auf klassische Diagramme zurück. Für Social Media ist ein modernes, aber schlichtes Design sinnvoll.

Tipp

Humoristische Konzepte können mit Prozess- und Flussdiagrammen spannend umgesetzt werden. Denn diese Formate haben stets den Anflug von Technik und Komplexität. Gerade bei unterhaltenden Posts entsteht dadurch ein interessanter Bruch, zum Beispiel wenn das Thema ›Was soll ich heute Abend trinken?‹ als wissenschaftliches Problem präsentiert wird.

Wenn das Thema es erlaubt, kann die Grafik eine Art »Design-Motto« bekommen. Eine Grafik über die Arbeit der Zukunft könnte man beispielsweise im Science-Fiction-Look gestalten. Dabei darf die Darstellung nicht zu filigran und illustrativ werden, wenn Sie die Grafik in Social Media verwenden möchten. Bedenken Sie, dass sich die User oft in nur Millisekunden für oder gegen einen Post entscheiden. Klare Linien und einfache Designs sind leichter zu erfassen.

Grafiken brauchen Fokus & Struktur

In Social Media haben Sie nur wenig Zeit, die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe zu gewinnen. Darum sollten Sie Social-Media-Content generell nicht mit Informationen überfrachten. Wenn Sie eine umfangreichere Infografik posten möchten, suchen Sie sich zwei bis maximal vier Aspekte heraus. 

Auch der Multimedia-Journalist Ben Stoess rät zu Zurückhaltung: „In einer Infografik sollten Sie sich auf die wirklich relevanten Informationen beschränken, gerade wenn Sie Menschen via Social Media ansprechen wollen. Sie können durchaus auch nur eine Zahl oder Information nehmen und diese für sich alleine grafisch aufbereiten. Der Text, den Sie für Ihren Post dazu entwerfen, sollte möglichst nicht genau das Gleiche wiedergeben, sondern eher einordnen oder bei Bedarf kommentieren. Idealerweise gehen Text und Grafik eine Symbiose ein und ergänzen sich gegenseitig.“

Wenn Sie auf mehrere Aspekte setzen, achten Sie auf einen strukturierten Aufbau: Die Abfolge der Information muss logisch sein und sich aus dem Vorherigen ergeben, nicht anders als bei einem Text. MEs geht vom Groben ins Detail – nicht umgekehrt. Das Publikum möchte aus einer Infografik etwas Neues erfahren. Wärmen Sie nicht Altbekanntes auf, außer Sie finden einen neuen, guten Dreh.

An der Technik soll’s nicht scheitern!

Zuletzt gibt es bei Social-Media-Grafiken einige technische Vorgaben zu beachten: 

  • Die Dateigröße sollte wie bei allen Online-Grafiken möglichst gering sein, um lange Ladezeiten zu vermeiden.
  • Da die Grafik als Bild in einem sozialen Netzwerk eingebettet wird, ist es unbedingt nötig, die entsprechenden Bildgrößen einzuhalten. Ansonsten kann es sein, dass Teile abgeschnitten werden. 
  • Es ist durchaus üblich, das eigene Logo oder die URL der eigenen Webseite am Fuß einzufügen. So gehen Sie als Absender nicht verloren, auch wenn die Grafik häufig geteilt wird – was in Ihre Sinne ist.

Warum eignen sich Grafiken für Forschung und Wissenschaft?

Hochschulen und Forschungsinstitute verfügen per se über recht viele Daten aus Studien und Erhebungen. Diese werden oft nur innerhalb der akademischen Welt veröffentlicht. Selbst wenn die dazugehörigen Whitepaper zum Download zur Verfügung stehen, sind sie nicht so aufbereitet, dass die Ergebnisse der allgemeinen Öffentlichkeit leicht zugänglich wären.

Vereinfachte Grafiken bieten die Möglichkeit diese wissenschaftlichen Daten möglichst weit zu verbreiten. Schließlich sind darin häufig sehr interessante Erkenntnisse enthalten, die viele Menschen interessieren. Durch die Aufbereitung für und Veröffentlichung in Social Media können diese Informationen weite Kreise ziehen. Insbesondere in Zeiten der Fake News, die Falschmeldungen sehr emotional präsentieren, ist es wichtig, handfeste Daten und Fakten dagegenzuhalten. Infografiken können hier eine wichtige Rolle spielen, weil sie komplexe Sachverhalte niedrigschwellig zugänglich machen.

Content-Marketing

In Forschung und Wissenschaft schlummern viele Content-Schätze. Schließlich liefern Forschungsprojekte nahezu dauerhaft interessante Erkenntnisse und Fakten.  Es ist an der Zeit, diese Schätze zu heben – mit Content Marketing. Denn so können Forschungseinrichtungen von einer breiteren Kommunikation profitieren. 

Eine Frau in nachdenklicher Poste steht vor einem Hintergrund, der zwei Dinge abbildet: Auf der Linken Seite findet sich eine mit weißer Kreide gemalte Gehirnhälfte vor einer Tafel, die voller mathematischer Formeln ist. Auf der rechten Seite findet sich die andere Gehirnhälfte und die mathematischen Formeln wandeln sich in bunte Farbspritzer.

Wie Sie Social Media gezielt im internationalen Forschungsmarketing nutzen

Über soziale Medien lassen sich die Zielgruppen des internationalen Forschungsmarketings optimal erreichen. Um die eigenen Botschaften wirkungsvoll zu kommunizieren, sollten die Maßnahmen für das Social-Media-Marketing strategisch geplant werden. Mit vielfältigen Angeboten unterstützt die Onlineredaktion von „Research in Germany“ Akteure des internationalen Forschungsmarketings bei ihren Aktivitäten.

Auf einer großen Kreuzung laufen viele Menschen über einen Zebrastreifen mit Emojis und Icons über ihren Köpfen.

Mediathek

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Eine Person sitzt vor einem Laptop und arbeitet im Abendlicht. Über dem Bild poppen verschiedene Icons in weißen leicht transparenten Rechtecken auf (Pokal, Doktorhute, Lupe, aufgeschlagenes Buch, Video, Person und Person an einem Whiteboard).