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Für Forschende in Indien sind die Hauptmotive für einen Forschungsaufenthalt im Ausland professioneller Natur. Dabei konzentrieren sie sich in der Regel auf den Erwerb inhaltsbezogener Fähigkeiten, wie z. B. Einblicke in neue Forschungskontexte und Verbesserung der Kompetenz im eigenen Fach. Für Postdoktoranden ist meistens ein besserer Zugang zu Forschungsinfrastrukturen das wichtigste Motiv, gefolgt von der Erweiterung der inhaltlichen Fähigkeiten und der Vernetzung. Die Verbesserung der interkulturellen Kompetenz und der Sprachkenntnisse im beruflichen Kontext gehören zu den geringeren entscheidenden beruflichen Motiven von Forschenden aller Karrierestufen für einen Forschungsaufenthalt im Ausland. Unter den privaten Motiven, die im Allgemeinen weniger wichtig sind als die beruflichen, ist das Interesse an anderen Ländern und Kulturen am relevantesten. 

Forschende und Lehrende

Das indische Hochschulsystem befindet sich in einer rasanten Entwicklung. Nach offiziellen Angaben gibt es in Indien derzeit 903 Universitäten, 39.050 Colleges sowie weitere 10.011 Diploma Granting Institutions. Die Zahl der Studierenden beträgt 36,6 Millionen, was einer Studierendenrate von 25,8 Prozent in der Gruppe der 18 bis 23-jährigen entspricht. 2008 lag die Zahl der Universitäten noch bei 471, die der Colleges bei gut 22.000 und die Zahl der Studierenden bei 12,3 Millionen. Angesichts der demografischen Entwicklung des Landes plant die Regierung die Zahl der Studienplätze bis 2020 auf insgesamt 40 Millionen zu erhöhen, was einen weiteren Ausbau sowie Neugründungen von Universitäten und Colleges notwendig machen wird. Vor diesem Hintergrund gewinnt vor allem der private Sektor immer mehr an Gewicht. Private Hochschulen haben in den letzten Jahren für den größten Zuwachs an Studienplätzen gesorgt und bilden mittlerweile die Mehrheit der indischen Studierenden aus. 38 Prozent der Universitäten und 78 Prozent der Colleges werden privat geführt. Eine Besonderheit des indischen Hochschulsystems ist das System der affiliierten Colleges. Die Mehrheit der Studierenden ist an einem privaten oder staatlichen College eingeschrieben, das inhaltlich und administrativ mit einer Universität affiliiert ist. Manche Universitäten haben bis zu 1.000 dieser Colleges, deren qualitativer Standard in vielen Fällen jedoch unter dem Standard der „Mutteruniversität“ liegt. Universitäten können alle akademischen Abschlüsse (Bachelor, Master, MPhil, PhD) vergeben, affiliierte Colleges bieten in der Regel nur Bachelor- und in wenigen Fällen Masterprogramme an. An den führenden Hochschulen in Indien lehren und forschen hervorragend ausgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einschlägiger Auslandserfahrung. An zahlreichen Hochschulen lässt die Qualifikation der Lehrkräfte allerdings zu wünschen übrig. Ab 2021 zählt an den Universitäten ein PhD zur formalen Voraussetzung für eine Professur. Organisationen wie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Max-Planck-Gesellschaft (MPG), German Centre for Research and Innovation (DWIH) New Delhi und die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) sind sehr aktiv in Indien. Indien gehört zu den erfolgreichsten Bewerberländern für Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und des DAAD. 

(Stand: 2019, DAAA Ländersachstand Indien, Verfasser: Kapitel I und II: Heike Mock, AS Neu Delhi)

Länderprofil Indien

Aus den Ergebnissen der weltweiten Umfrage zu Informations- und Mobilitätsverhalten internationaler Nachwuchswissenschaftler wurden, neben den übergreifenden Umfrageergebnissen, einzelne Auswertungen für die acht Länder mit den meisten Teilnehmenden erstellt.

Nach einem kurzen Überblick über die demographischen Daten der Fragebogen-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer werden die Motive für einen Auslandsaufenthalt beleuchtet. Was bewegt die Befragten zu einem Auslandsaufenthalt? Wo informieren sie sich? Und nach welchen Faktoren entscheiden sie sich?

Finden Sie mehr heraus: in den Key findings India (nur auf Englisch).

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Key findings India