Two men planning a project at a layout table

Universitäten sind die beliebtesten Arbeitgeber für Postdoktoranden. Wer weiter in Wissenschaft und Forschung arbeiten möchte, entscheidet sich meist für einen Job an einer Universität. Die Postdoc-Phase an einer Universität oder auch einem außeruniversitären Forschungsinstitut dient in der Regel der wissenschaftlichen Weiterqualifikation. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sollen in dieser Zeit die Voraussetzungen für die Berufungsfähigkeit auf eine Professur oder die Qualifizierung für eine Position im (wissenschaftlichen) Topmanagement erreichen. Daher sind Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter in den meisten Fällen befristet.

Beschäftigung

Postdoktoranden arbeiten in der Regel als wissenschaftliche Angestellte an einem Lehrstuhl oder als wissenschaftliche Mitarbeiter in einer Forschungsgruppe oder einem Drittmittelprojekt.

Wissenschaftliche Mitarbeiter, die von der Hochschule angestellt sind, arbeiten in der Regel in Forschung und Lehre und nehmen auch Verwaltungsaufgaben wahr. Sie

  • halten Seminare und Übungen,
  • übernehmen Aufgaben bei der Prüfung von Absolventen und
  • sind in die Selbstverwaltung der Hochschulen eingebunden.

Daneben steht meist die Arbeit an einem eigenen Forschungs-/Habilitationsprojekt.

Wissenschaftliche Mitarbeiter können auch in (Nachwuchs-)Forschungsgruppen oder drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten arbeiten. Dies ist gängige Praxis an deutschen Hochschulen. Etwa jede vierte Stelle für wissenschaftliche Mitarbeiter wird so finanziert. Der Fokus liegt auf der Forschung. Die (Forschungs-)Aufgaben – und damit häufig auch die Vertragslänge – sind meist an das konkrete Projekt gebunden. Eventuell können dennoch Lehraufgaben hinzukommen.

Sind Sie nicht auf einer Planstelle der Hochschule angestellt, bekommen Sie entweder ein Stipendium oder Ihr Gehalt wird aus den Forschungsmitteln finanziert. Hier spielt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (auf Englisch) als Drittmittelgeber die wichtigste Rolle.

Die DFG finanziert auch die Sonderforschungsprogramme und Graduiertenkollegs der Hochschulen, an denen promovierte Nachwuchsforscher als Stipendiaten oder wissenschaftliche Mitarbeiter arbeiten können.

Zu beachten ist die sogenannte „12-Jahres-Regelung“, die die Beschäftigung des wissenschaftlichen Nachwuchses an den öffentlichen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstituten begrenzt. Sie bedeutet, dass ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Regel sechs Jahre bis zur Promotion und sechs Jahre (in der Medizin: neun Jahre) danach an der Hochschule befristet angestellt werden kann. Dies trifft für die Mehrheit der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu, denn nur ein kleiner Teil der Stellen an Hochschulen für den Mittelbau ist unbefristet.

Für die 12-Jahres-Regelung gibt es Ausnahmen: Zeitverträge können über diese Frist hinaus vergeben werden, wenn die Wissenschaftler über Drittmittel weiterbeschäftigt werden. Auch wenn Kinder im Haushalt leben, kann die Frist um zwei Jahre pro Kind verlängert werden.

Stellensuche und Gehalt

Wenn Sie sich für Ihren Weg entschieden haben, sollten Sie Ihre Bewerbung sorgfältig vorbereiten. Hier finden Sie ein paar Tipps, die Ihnen bei Ihrer Bewerbung helfen können:

Die Bewerbungsmodalitäten für eine Stelle an einer Hochschule unterscheiden sich in der Regel nicht von denen anderer Bereiche, wie zum Beispiel in der Wirtschaft. Vorausgesetzt werden in der Regel eine gute bis sehr gute Promotion im entsprechenden Fachbereich und je nach Anforderungsprofil Erfahrungen in Forschung und Lehre, Methodenkompetenz sowie eine einschlägige Publikationsliste.

Die Stellenausschreibung sollten Sie genau lesen und prüfen, ob Sie den Anforderungen entsprechen. Verweisen Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben auch auf Ihre Soft Skills und zusätzlichen Qualifikationen. Hilfreich kann auch ein Empfehlungsschreiben eines Professors oder einer Professorin sein.

Ob die Bewerbung elektronisch oder postalisch eingereicht werden muss, ob eine Kontaktaufnahme mit dem zukünftigen Vorgesetzten vor Abgabe erwünscht und sinnvoll ist oder nicht, kann ganz unterschiedlich sein. Lesen Sie deshalb den Ausschreibungstext genau und besorgen Sie sich möglichst viele Informationen vorab. Und nicht vergessen: Die Bewerbungsfrist sollte unbedingt eingehalten werden!

Angestellte wissenschaftliche Mitarbeiter an deutschen Hochschulen werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder oder des Bundes bezahlt. Das Gehalt ist abhängig von Ihren Erfahrungen und liegt bei etwa 4.400 bis 4.500 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle. Daran orientieren sich in der Regel auch die Gehälter von Mitarbeitern in drittmittelfinanzierten Projekten.

Beachten Sie, dass von diesem Betrag monatlich Steuern sowie eventuell noch Sozialabgaben für Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen werden. Durch diese Abgaben erwerben Sie Anspruch auf die sehr guten Leistungen der sozialen Sicherung in Deutschland.

Jobs und Stipendien

Wo sind Stellen für Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben? Und wer vergibt Stipendien für internationale Wissenschaftler? Hier finden Sie mehr zu diesen Themen: