Wie finde ich das richtige Promotionsprogramm?

Die strukturierten Promotionsprogramme in Deutschland sind an das angelsächsische PhD-Ausbildungssystem angelehnt. Hier kümmert sich ein Team von Betreuern um eine Gruppe von Doktoranden. Etwa 10.000 internationale Doktoranden – das ist etwa jeder Vierte – promovieren in strukturierten Promotionsprogrammen.  In der Regel dauert die Promotion drei bis fünf Jahre.

Eine gemeinsame Datenbank für alle strukturierten Promotionsprogramme in Deutschland gibt es nicht. Die Programme finden Sie zumeist direkt über die Universitäten, die Graduiertenkollegs oder über die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Einen guten Zugang bietet auch die Datenbank des DAAD. Hier finden Sie zahlreiche PhD Programme, die sich speziell an internationale Doktoranden wenden.

Internationale Promotionsprogramme
Der Deutsche Akademische Austauschdienst bietet eine Datenbank mit mehr als 300 internationalen Promotionsprogrammen in ganz Deutschland an. Die Datenbank kann nach verschiedenen Kriterien durchsucht werden.
www.daad.de > International programmes (EN)

Promotionsprogramme der Universitäten
Auch zahlreiche Universitäten bieten strukturierte Promotionsprogramme an, die sie auf ihren Internetseiten vorstellen. Die Zentrale Studienberatung oder die „Graduate Center“ der Hochschulen helfen ebenfalls weiter. Die Adressen dazu finden Sie über den Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. 
www.hochschulkompass.de

 

Graduiertenkollegs und Nachwuchsforschungsgruppen

DFG-finanzierte Graduiertenkollegs 
Strukturiert promovieren kann man an den Graduiertenkollegs. Hier steht jeweils ein thematisch fokussiertes Forschungsprogramm im Mittelpunkt. Über die Internetseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) können Sie die von der DFG geförderten Graduiertenkollegs auffinden.
www.dfg.de > Graduiertenkollegs

Helmholtz Research Schools, Kollegs und Graduiertenschulen
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist Deutschlands größte Wissenschaftsorganisation. In Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Forschungsinstituten fördert Helmholtz die strukturierte Doktorandenausbildung mit Kollegs, Research Schools und Graduiertenschulen.
www.helmholtz.de > Promovierende

Leibniz Graduate Schools 
Unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft arbeiten fast 100 Forschungsinstitute. Gemeinsam mit Universitäten fördern sie Doktoranden in strukturierten Promotionsprogrammen unter anderem an den Leibniz Graduate Schools.
www.leibniz-gemeinschaft.de > Leibniz Graduate Schools

International Max Planck Research Schools
Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt innovative Grundlagenforschung. Ihre Institute bieten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hervorragende Arbeitsbedingungen und Unterstützung. Die International Max Planck Research Schools (IMPRS) engagieren sich mit ihren erstklassigen Ausbildungsprogrammen in der internationalen Doktorandenausbildung.
www.mpg.de > IMPRS

Max Planck Schools
Die besten Forschenden in Deutschland arbeiten häufig weit verstreut an verschiedenen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Max Planck Schools bündeln diese Exzellenz in einem interdisziplinären Netzwerk. Im direkten Gespräch, in kleinen Gruppen und mithilfe exzellenter Infrastrukturen, geben die „Stars“ der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in den Max Planck Schools ihr Wissen an die Forschenden von morgen weiter. Zurzeit gibt es drei Max Planck Schools, sie arbeiten zu den Themenbereichen Cognition, Matter to Life, and Photonics.
www.maxplanckschools.de

Die Bewerbungsmodalitäten sind von Programm zu Programm verschieden. Die genauen Voraussetzungen und Bewerbungsfristen entnehmen Sie bitte den Webseiten der jeweiligen Universität, des Graduiertenkollegs oder der Forschungsorganisation. Daher sollten Sie sich zunächst für eine Hochschule oder ein Graduiertenkolleg entscheiden.

Researcher working with computer
Researcher working with computer

Die Auswahl an interessanten Promotionsprogrammen ist groß. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich folgende Fragen stehen: Passt das Programm, passt die Ausstattung, passt das Umfeld zu meinem Promotionsvorhaben? Welche Anforderungen werden gestellt, was wird von den Doktoranden erwartet?

Wer sein Promotionsprogramm gefunden hat, sollte Zeit und Sorgfalt in die Vorbereitung der Bewerbung einbringen. Teilweise sind Bewerbungsfristen für die Aufnahme in die Programme zu beachten. Auch daher sollte Sie rechtzeitig vor Ende des Studiums mit der Recherche beginnen.

Mehrstufiges Bewerbungsverfahren

Für eine erfolgreiche Bewerbung sollte die geplante Dissertation zu den Schwerpunkten des Programms passen. Zudem braucht der Bewerber ein gutes bis sehr gutes, in Deutschland anerkanntes Examen. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt dann meist über das Internet.

Das eigentliche Bewerbungsverfahren verläuft häufig mehrstufig, unterscheidet sich jedoch je nach Programm.

  • In der Regel werden aber in einem ersten Schritt zunächst der Lebenslauf, eine Kopie des Abschlusszeugnisses, eine kurze Vorstellung der geplanten Dissertation sowie eine Begründung der Bewerbung eingereicht.
  • In einem zweiten Schritt erfolgt dann meist nach Aufforderung eine ausführliche Bewerbung mit einem umfangreichen Exposé des Forschungsprojekts. Dazu gehören auch die Angabe der Zeitplanung, Referenzen der bisherigen Hochschullehrer, Kopien sämtlicher Zeugnisse und der Abschlussarbeit sowie gegebenenfalls ein Sprachnachweis.
  • Können diese Unterlagen überzeugen, wird der Bewerber meist zu einem persönlichen Gespräch geladen, das unter Umständen auch als Telefonkonferenz stattfinden kann.

Wenn Sie ein passendes Programm gefunden haben, bewerben Sie sich – je nach Programm und Ausschreibung – bei einem der Professoren des PhD-Programmes oder bei dem entsprechenden Bewerbungskomitee. Damit dies auch gut funktioniert, hier einige Tipps, die bei der Bewerbung helfen können:

  • Als Erstes: Nehmen Sie sich hinreichend Zeit, um das richtige Programm zu finden.
  • Wählen Sie das Thema Ihrer Doktorarbeit so, dass es zur wissenschaftlichen Ausrichtung des Programms auch passt.
  • Zeigen Sie Ihr Interesse: Sie kennen das Promotionsprogramm und Sie wissen, was Sie erwartet.
  • Führen Sie Ihre eigenen Erfahrungen in dem Forschungsfeld auf.
  • Machen Sie deutlich, was Ihre Gründe für diese Bewerbung sind: Es ist wichtig, schon früh zu klären, wo Ihre Interessen liegen.
  • Zeigen Sie, dass Sie sich auskennen: Sie kennen die Anforderungen an eine Promotion in Deutschland.
  • Fassen Sie sich im Anschreiben kurz und seien Sie präzise.

Mit Ihrer Bewerbung sollten Ihre zukünftigen Betreuer erfahren, welches Fach Sie an welcher Universität studiert haben und wie erfolgreich Sie dabei waren. Wichtig sind auch das Thema der Abschlussarbeit und das Fachgebiet, auf das Sie sich spezialisieren möchten.

Sie sollten Ihre Motivation für Ihre Bewerbung und Ihr Forschungsprojekt erläutern und eventuell ein Thesenpapier zu Ihrer geplanten Doktorarbeit beilegen. In manchen Fällen wird von Ihnen erwartet, dass Sie schon konkreter vorstellen, was Sie machen möchten und dazu ein Exposé ihrer Dissertation erstellen.

Sie müssen ein Forschungsexposé vorlegen? Hier einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

  • Seien Sie präzise: Formulieren Sie genau, um was es geht und was Ihr Forschungsanliegen ist.
  • Benennen Sie genau, auf was sich Ihre Forschung bezieht – und auf was nicht.
  • Stellen Sie dar, welches Problem Sie lösen möchten.
  • Entwickeln Sie ein kohärentes und überzeugendes Argument für den Zweck Ihrer Forschung.
  • Bleiben Sie bei Ihrem Forschungsproblem und verlieren Sie sich nicht auf Nebenschauplätzen.
  • Verlieren Sie sich nicht in Details.
  • Vergessen Sie nicht, die wichtigsten Werke ihres Forschungsgebietes anzugeben.
  • Seien Sie auch sorgfältig und genau bei Rechtschreibung und Grammatik.