Vorbereitung und Voraussetzungen

Das Bild zeigt eine Stapel mit Büchern und eine Brille.

Bevor es mit der Promotion in Deutschland losgehen kann, müssen einige Schritte beachtet werden wie die Anerkennung des Examens oder die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis. Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Voraussetzungen sowie einige praktische Tipps für eine gute Vorbereitung.

1. Promotionsplatz finden

Die Suche nach einem Promotionsplatz ist abhängig von der Entscheidung, ob man sich für eine Individualpromotion mit einem Promotionsbetreuer oder ein strukturiertes Promotionsprogramm innerhalb einer Graduiertenschule entscheidet.

Individualpromotion: Die Suche nach einem Promotionbetreuer
Bei der Individualpromotion wird der Doktorand von einem Hochschullehrer, dem sogenannten „Doktorvater“ oder der „Doktormutter“, betreut und bearbeitet in Absprache mit ihm/ihr, aber dennoch sehr eigenständig, sein Promotionsthema. Die Annahme als Doktorand durch einen Doktorvater oder eine Doktormutter ist die Voraussetzung, um von einer Universität als Doktorand anerkannt und zum Promotionsstudium und/oder zur Prüfung zugelassen zu werden. Daher muss sich der angehende Doktorand als erstes auf die Suche nach einem geeigneten Betreuer machen.
Mehr Informationen: Wie findet man einen Promotionsbetreuer bei einer Individualpromotion?

Strukturierte Promotion: Die Suche nach dem richtigen Programm
In Deutschland gibt es derzeit etwa 700 Promotionsprogramme. Die Programme unterscheiden sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung, wobei einige eng auf ein bestimmtes Forschungsvorhaben zugeschnitten sind, und andere interdisziplinär verschiedene Fachgebiete repräsentieren. Eine gründliche Recherche lohnt sich also.
Mehr Informationen: Wie findet man das richtige strukturierte Promotionsprogramm?

2. Anerkennung des Examens/Fachliche Voraussetzungen

Wer in Deutschland seinen Doktor machen möchte, braucht einen in Deutschland anerkannten Universitätsabschluss. Im Allgemeinen ist dies ein dem Master oder Magister, Diplom oder Staatsexamen entsprechender Abschluss. Auch mit einem Bachelorgrad kann man in Ausnahmefällen promovieren. Dies ist jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich und hängt von der Promotionsordnung des Fachbereichs ab, die man genau durchlesen sollte. Die Promotionsordnung kann auf den Webseiten der Fakultäten eingesehen werden.

3. Annahme als Doktorand im Fachbereich

Ist ein Betreuer gefunden, ist der wichtigste Schritt gemacht. Jetzt muss die Annahme als Doktorand vom zuständigen Fachbereich oder Promotionsausschuss bestätigt werden. Dazu braucht man in der Regel eine Bescheinigung des Promotionsbetreuers, die beglaubigten Zeugnisunterlagen sowie die Anerkennungsurkunde der promotionsberechtigenden Hochschulzeugnisse.

4. Zulassung zum Promotionsstudium

Die Zulassung zum Studium wird in der Regel im Studentensekretariat nach Vorlage der Zeugnisse, der Anerkennungsurkunde sowie – falls nötig – des Nachweises der Sprachkenntnisse erteilt. Wenn die Dissertation in deutscher Sprache verfasst werden soll, müssen Deutschkenntnisse nachgewiesen werden (DSH oder TestDaF-Prüfungen). Oft ist es nicht notwendig, die Dissertation auf Deutsch zu schreiben. Auskunft darüber, in welcher Sprache die Dissertation verfasst werden kann, gibt die jeweilige Promotionsordnung, die meist auf der Website des Fachbereichs zur Verfügung steht.

5. Immatrikulation

Der nächste Schritt heißt: Immatrikulation (Einschreibung). Die Einschreibung als Doktorand bringt viele Vorteile – etwa einen besseren ausländerrechtlichen Status. Voraussetzung für die Immatrikulation in einen Promotionsstudiengang ist die Zulassung zum Studium (siehe Punkt 4 „Zulassung zum Studium“). Es ist aber nicht für jedes Fach nötig, sich bei der Universität einzuschreiben. Dies hängt von der Promotionsordnung des Fachbereichs ab, die meist auf der Website des Fachbereichs eingesehen werden kann.

6. Visum/Aufenthaltsgenehmigung

Egal, ob mit individueller Promotion oder strukturiertem Programm: Zur Einreise benötigen angehende Doktoranden aus Ländern, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören, ein entsprechendes Visum. Auf keinen Fall sollten sie mit einem Touristenvisum einreisen. Dieses kann später nicht umgewandelt werden und es droht die Rückreise ins Heimatland.

Nach der Ankunft in Deutschland muss man sich beim Einwohnermeldeamt (oder Bürgerservice) anmelden. Wer nicht aus der EU, Island, Norwegen oder Liechtenstein kommt, muss noch zum Ausländeramt, um eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen. Dafür benötigt man auch einen Nachweis über eine Krankenversicherung (sie wird auch für die Immatrikulation gebraucht). Wichtig ist auch, sich schon frühzeitig um eine Wohnung zu bemühen. Für die Bewerbung um einen Platz in einem Studentenwohnheim benötigt man meist schon die Immatrikulationsbescheinigung. Bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Zimmer hilft das Studentenwerk. Doktoranden brauchen auch ein Girokonto. Das kann man bei jeder Bank – in der Regel kostenfrei – einrichten.