Einreise und Aufenthalt

Einreise und Aufenthalt 640x360
Als Wissenschaftler gelten für Sie vereinfachte Regelungen, wenn Sie in Deutschland leben und arbeiten wollen.

Als EU-Bürger, als Bürger eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder der Schweiz genießen Sie Freizügigkeit. Sie können ohne besondere Genehmigung oder Visum nach Deutschland reisen und hier forschen und arbeiten. Sie brauchen lediglich einen gültigen Ausweis.

Wenn Sie als internationaler Wissenschaftler bereits in der EU arbeiten oder promovieren, können Sie für einen bestimmten Zeitraum auch in Deutschland forschen, ohne einen weiteren Aufenthaltstitel zu beantragen. Eine Mitteilung Ihrer Gastinstitution an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genügt.

Visumspflicht für Drittstaaten

Ansonsten gilt grundsätzlich die Visumspflicht. Das heißt: Wenn Sie nicht aus der EU, einem Land des Europäischen Wirtschaftsraums oder aus der Schweiz (also aus einem „Drittstaat“) kommen und als Wissenschaftler in Deutschland arbeiten möchten, brauchen Sie in der Regel ein Visum. Das Visum müssen Sie in Ihrem Heimatland persönlich bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung beantragen.

Zusätzlich zum Visum beantragen Sie auch einen Aufenthaltstitel. Je nach Anforderung gibt es spezielle Aufenthaltstitel für Sie als Wissenschaftler: Sie gelten zum Zweck des (Promotions‑)Studiums oder der Forschung, Sie erhalten die Blaue Karte EU oder eine Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte.

Mit einigen Ländern wie zum Beispiel Australien, Israel, Japan oder den USA hat Deutschland eine Vereinbarung, sodass ihre Staatsangehörigen erst nach der Einreise den benötigten Aufenthaltstitel einholen müssen.

Informieren Sie sich frühzeitig bei der deutschen Vertretung in Ihrem Heimatland, welche Bedingungen für Sie gelten und welche Voraussetzungen Sie erfüllten sollten.

Aufenthaltstitel für internationale Wissenschaftler

Welche Aufenthaltstitel für Sie als internationaler Wissenschaftler in Frage kommen und was sie bedeuten, können Sie hier nachlesen.

Sie möchten in Deutschland promovieren und sind für ein Promotionsstudium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland zugelassen? Dann können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken nach § 16 des deutschen Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) erhalten. Sie gilt zwei Jahre und kann verlängert werden.

Neben dem Zulassungsbescheid der Hochschule sollten Sie nachweisen können, dass Ihr Lebensunterhalt gesichert ist – zum Beispiel mit einem Stipendium. Als Doktorand dürfen Sie aber auch bis zu 120 Tage (oder 240 halbe Tage) im Jahr arbeiten.

Als Forscher gelten für Sie nach § 20 des deutschen Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) erleichterte Bedingungen. Vorausgesetzt wird, dass

  • eine Forschungseinrichtung mit Ihnen einen Vertrag zur Umsetzung Ihres Forschungsvorhabens abgeschlossen hat und
  • Sie ein monatliches Einkommen (Gehalt, Stipendien etc.) haben, mit dem Sie Ihren Lebensunterhalt sichern können. 

Wie hoch Ihr Einkommen sein muss, hängt von Ihren individuellen Lebensumständen ab. Auskunft dazu kann Ihnen die Ausländerbehörde Ihres zukünftigen Wohnortes geben.

Mit dem Forscher-Visum können Sie zunächst bis zu einem Jahr in Deutschland forschen und lehren. Ein weiterer Vorteil: Sie können problemlos bis zu drei Monate in andere EU-Staaten reisen.

Eine Blaue Karte EU ist ein „Aufenthaltstitel“ nach § 19a des deutschen Aufenthaltsgesetzes (AufenthG). Die Blaue Karte EU erhalten Sie, wenn Sie

  • einen in Deutschland anerkannten Studienabschluss haben,
  • ein verbindliches Arbeitsplatzangebot oder einen Arbeitsvertrag in Deutschland haben und
  • mit Ihrem neuen Job mindestens 52.000 Euro brutto im Jahr verdienen (in Ausnahmen auch nur bis zu 40.560 Euro).

Mit der Blauen Karte EU können Sie zunächst bis zu vier Jahre in Deutschland arbeiten (bei befristeten Arbeitsverträgen entsprechend kürzer).

Nach 33 Monaten ist es möglich, eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten. Dann können Sie unbefristet in Deutschland leben und arbeiten. Sprechen Sie ausreichend Deutsch (erwartet werden Kenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), ist dies auch schon nach 21 Monaten möglich.

Wenn Sie Wissenschaftler mit besonderen Fachkenntnissen, Lehrer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter in herausgehobener Position sind, dann gelten Sie als hochqualifiziert im Sinne des § 19 des deutschen Aufenthaltsgesetzes (AufenthG).

Für Sie bedeutet das: Sie können sofort eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten. Voraussetzung ist, dass Sie schon ein konkretes Jobangebot in Deutschland haben und Sie nachweisen können, dass Ihr Lebensunterhalt in Deutschland gesichert ist.

Gut zu wissen:

  • Als internationaler Wissenschaftler gelten für Sie erleichterte Einreisebedingungen. Und als EU-Bürger genießen Sie ohnehin die allgemeine Freizügigkeit.
  • Falls Sie ein Visum benötigen, so stellen Sie Ihren Antrag möglichst frühzeitig: Sie müssen mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Monaten rechnen.
  • Viele Visa-Stellen nehmen die Anträge nur nach Terminvereinbarung an. Vereinbaren Sie daher so früh wie möglich einen Termin und erkundigen Sie sich, welche (beglaubigten) Unterlagen Sie mitbringen müssen.
  • Reisen Sie nicht mit einem Touristen-Visum ein, falls Sie in Deutschland arbeiten möchten. Es ist nicht änderbar und kann auch nicht verlängert werden.
  • Ihr Visum wird in der Regel für drei Monate ausgestellt. Vor Ablauf müssen Sie auf Grundlage des Visums bei der lokalen Ausländerbehörde einen Aufenthaltstitel beantragen.

Weitere Informationen

www.auswaertiges-amt.de > Visabestimmungen

Regelungen für die Einreise für Sie und Ihre Familie:

www.bamf.de > Broschüre "Bildung und Beruf" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Interaktive Weltkarte mit deutschen Auslandsvertretungen:

www.make-it-in-germany.com > Ansprechpartner vor Ort

Datenbank zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen:

www.anabin.kmk.org